Geplante „Chatkontrolle“ der Kommission aus Sicht des Datenschutzes – ein Thread nach erster Prüfung: Der Entwurf der Kommission ist nicht vereinbar mit unseren europäischen Werten und kollidiert mit geltendem Datenschutzrecht.
Vorweg: Vieles am Entwurf ist im Detail vage, z.B. das zu gründende EU-Zentrum, technische Werkzeuge und Verfahren. Da es bei einigen Punkten auf Lösungen hinausläuft, die tief in die Grundrechte eingreifen, sollte die Verordnung auf keinen Fall in dieser Form Bestand haben.
1. Das flächendeckende Scannen privater Kommunikation wird ausgeweitet auf viele neue Dienste. Der Grundsatz der Vertraulichkeit der Kommunikation wird bedroht.
2. Die absichtliche Schwächung von verschlüsselter Kommunikation öffnet weiterem Missbrauch Tür und Tor. Es gibt Instrumente, die deutlich weniger eingriffsintensiv wären, um das gleiche Ziel zu erreichen.
3. KI-Systeme sollen bei der Durchleuchtung der Kommunikation unterstützen. Da solche Technik sehr anfällig für Fehler ist, wird es massenhaft Verdächtigungen unbescholtener Bürgerinnen und Bürger und Einsicht in deren private Kommunikation geben.
4. Es drohen Upload-Filter, damit auch unbekanntes Material gefunden werden kann. Die Strafverfolgungsbehörden dagegen sind aktuell noch nicht einmal verpflichtet, sich um die Löschung bereits bekanntes Material zu kümmern.
5. Das anonyme Internet ist bedroht. Verpflichtende Alterskontrollen sorgen dafür, dass eine Nutzeridentifikation nötig wird.
Ich werde mich in meiner Funktion als BfDI auf nationaler und europäischer Ebene dafür einsetzen, dass die Verordnung in dieser Form nicht kommt.
@bfdi danke dafür. Das darf einfach nicht passieren.
@bfdi danke BfDI!
@bfdi
Danke, BfDI!
@bfdi
ich habe auch ein schlechtes gefühl dabei. Einzig vorstellbare lösung open source code + learning data(nicht wirklich praktikabel?) und implementierung derart: schon bei eingabe wird darauf hingewiesen das dieser code beim senden zu prüfung führen wird. (Ampel; grün:keine, rot:Prüfung möglich). Auch nur bei Massenkomunikation nicht bei kleinen Gruppen.
@Grysch @bfdi ich bin grundsätzlich auch dafür bessere und offenere Implementierungen zu diskutieren. Ich befürchte aber, dieser Ansatz ist insgesamt falsch und "unreparierbar". Angenommen wir bekommen aus Privacy Sicht eine vertretbare Implementierung hin. Es entstünde ein riesiger Datenberg, der auch gesichtet und bearbeitet werden müsste. Die Ressourcen könnten sinnvoller eingesetzt werden. Z. B. zur Entfernung von bereits bekannten rechtswidrigen Inhalten.
ganz genau und wer prüft das die lerning daten auch wirklich verwendet wurden... Ich fürchte auch diese ugly code, black box die keiner lesen kann und zufällig leute verhaften lässt... :) und alle so: wird schon stimmen 'computer sagt nein'
@bfdi jaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Bitte!
Vielen Dank für den Einsatz.
@bfdi Gibt es eine Einschätzung wie sich das Ganze mit dem Fernmeldegeheimnis in Einklang bringen lässt? Auch ein clientseitiges Scanning scheint mir hier ein Eingriff ins Fernmeldegeheimnis zu sein. Was zwar durch Gesetze erlaubt werden kann, aber hier unverhältnismäßig erscheint, da es ohne Anlass stattfindet.
@bfdi Besten Dank dafuer!
Leider zeigt das Beispiel #VDS ja nur zu gut, dass es bei einigen politischen Akteuren es voellig egal zu sein scheint, ob der EuGH nun ein Urteil spricht oder nicht - sie machen einfach unbeirrt weiter.
Ich hoffe aber, dass die #Chatkontrolle nicht diesen Marathon gehen muss, eh sie endgueltig ad acta gelegt wird.
Auch @echo_pbreyer vielen Dank fuer seinen unermuedlichen Einsatz und auch @digitalcourage, @edri und all den vielen anderen NGOs!
@bfdi Vielen Dank dafür. Ich befürchte, es gibt eine Menge Personen die sich der Auswirkungen eines solchen Gesetzes technisch nicht bewusst sind, aber alle davon betroffen wären.
@bfdi
Viel Erfolg!
@bfdi 6. Die Täter haben sich dank Links ins Darknet nachweislich bereits vor Jahren anders organisiert, als es eine KI treffsicher auslesen könnte. Chatkontrolle ad absurdum.
@bfdi Danke Mann
@bfdi Danke für den Einsatz! Das Vorhaben ist geradezu furchterregend.